Masken sind magisch

In einem Moment ist es lediglich ein Stück Papier, Gips oder Latex, das jemand vor dem Gesicht trägt. Im nächsten Moment beginnt eine Maske zu atmen: Sie lächelt, errötet, runzelt die Stirn, kichert, grinst, ist maulig, traurig, erstaunt, verzieht vor Schmerz das Gesicht oder lacht hämisch. Die Persönlichkeit des Spielers verschwindet völlig hinter der Maske und wir lernen eine uns völlig neue Person mit Vorlieben, Macken, Schrammen und Eigenarten kennen.
Jede Maske hat ihren eigenen Charakter, eigene typische Bewegungen, ein eigenes Tempo, eine eigene Geschichte. Wenn wir dieses ignorieren, verweigert sie sich und bleibt tote Materie, die den Träger lediglich bei der Sicht stört. Wenn der/die Spieler/in sich darauf einlässt, dass die Maske 'der Chef' ist und ihr folgt, geschehen magische Dinge.

Seminar Maskenbau und Maskenspiel

Die Teilnehmer/innen fertigen in der Technik des Ton/Pappmachés ihre eigene Maske an und erlernen, worauf es ankommt beim Maskenbau. Wieso funktionieren manche Masken, wieso bleiben andere zweidimensional und sind kaum zu bespielen?

Im spielerischen Teil werden die Grundlagen des Maskenspiels vermittelt, die gleichzeitig auch die fundamentalen Grundlagen des Schauspiels sind: Präzision, Timing, Energie und Spielfreude. Und natürlich wird die eigene Maske erforscht: Was kann sie, was kann sie nicht? Wie bewegt sie sich? In welcher Welt lebt sie und mit wem hat sie zu tun? Wer ist sie/er eigentlich?

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